Die erwarteten Auswirkungen des 6. FuE-Rahmenprogramms auf E-Learning

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Die erwarteten Auswirkungen des 6. FuE-Rahmenprogramms auf E-Learning

Das 6. Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung (RP6, 2002-2006), das im September 2002 vom Ministerrat und dem Europäischen Parlament angenommen wurde, soll mit Haushaltsmitteln in Höhe von insgesamt 17,5 Mrd. EUR ausgestattet werden und damit knapp 4 % des Gesamthaushaltsplans der EU (2001) ausmachen. Für die thematische Priorität Nr. 2, Technologien für die Informationsgesellschaft, beträgt die vorläufige Mittelausstattung 3,6 Mrd. EUR – darin eingeschlossen bis zu 100 Mio. EUR für die Weiterentwicklung von GEANT und GRIDs.

Hinsichtlich Zielsetzung, Aufgabenbereich und vertraglicher Vereinbarungen, den so genannten „Instrumenten“, die bei der Umsetzung anzuwenden sind, bricht das neue Rahmenprogramm bewusst mit den Rahmenprogrammen der Vergangenheit. Das Ziel besteht darin, sich stärker auf Fragen von europäischer Bedeutung zu konzentrieren und die Forschungsbemühungen auf der Grundlage einer verbesserten Partnerschaft zwischen den verschiedenen Akteuren des Europäischen Forschungsraums besser zu integrieren. Dies bedeutet zwei entscheidende Änderungen bei dem Programmkonzept:

1. Konzentration auf eine begrenzte Zahl prioritärer Forschungsbereiche;

2. Stärkung der Beziehungen zwischen den Bemühungen der Gemeinschaftsforschung und nationalen bzw. regionalen Forschungspolitiken.

Besonders unterstützt werden die multidisziplinäre und multinationale Kooperation innerhalb der Forscherkreise durch zwei neue Instrumente mit der Bezeichnung Integrierte Projekte und Exzellenznetze.

Die erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen läuft vom Dezember 2002 bis April 2003. Sie beinhaltet auch das technologiegestützte Lernen, eines der strategischen Ziele der TIG-Priorität im Rahmen des spezifischen Programms „Integration und Stärkung des Europäischen Forschungsraums“.

Die Passage zum technologiegestützten Lernen im RP6 lautet wie folgt: „Arbeiten bei E﷓Learning werden vor allem einen persönlichen Zugang zum Lernen ermöglichen und zum Aufbau fortgeschrittener Lernumgebungen in der Schule, der Universität und am Arbeitsplatz führen, die die Entwicklung intelligenter Umgebungen nutzen.“

In der Vorbereitungsphase zum neuen Rahmenprogramm leiteten die Europäische Kommission bzw. das Referat „Anwendungen für Aus- und Weiterbildung“ in der Generaldirektion Informationsgesellschaft mehrere Initiativen ein, die zur Kommunikation mit und innerhalb von Forscherkreisen anregen sollen, damit diese künftige Forschungstrends und Herausforderungen definieren, die im Rahmenprogramm der Kommission angegangen werden sollen:

· die Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung des TIG-Ausschusses

· ein offener Anhörungsprozess

· eine Aufforderung zur Interessensbekundung

Im TIG-Arbeitsprogramm 2003-2004 kommt wird das Ergebnis dieser Initiativen in nachstehendem Ziel zum Ausdruck: „Es sollen fortschrittliche Systeme und Dienste entwickelt werden, die den Zugang zu den europäischen Wissens- und Bildungsressourcen verbessern (...) und neuartige kulturelle und Lernerfahrungen ermöglichen.“

Der Schwerpunkt der künftigen Forschung bei E﷓Learning-Technologien wurde wie folgt definiert: „Verbesserung der Effizienz und Verbilligung des Lernens für den Einzelnen und für Organisationen unabhängig von Zeit, Ort und Geschwindigkeit durch die Entwicklung offener Systeme und Dienste zur Unterstützung des allgegenwärtigen und kontextbezogenen Lernens durch Erfahrung sowie virtueller kooperativer Lerngemeinschaften. Die Arbeiten verknüpfen fortschrittliche kognitive und wissensgestützte Zugänge mit neuen Medien einschließlich virtueller und erweiterter Realität, virtueller Präsenz und Simulation, berücksichtigen technologische, pädagogische sowie organisatorische Aspekte und zielen auf die Demonstration von Lernlösungen der nächsten Generation in großen Feldstudien.“

Erwartete Auswirkungen der künftigen Forschung bei E-Learning-Technologien

Die Forschungsergebnisse sollen neuartige Lern- und Wissensparadigma für kooperatives, empirisches und personalisiertes allgegenwärtiges Lernen mit neuen organisatorischen, pädagogischen und Unternehmensmodellen in unterschiedlichen Kontexten beinhalten (Schule, Hochschule, Arbeitsplatz, lebenslanges Lernen, Gesundheitserziehung, Bauwirtschaft, Umwelt usw.)

Lösungen, bei denen technische, pädagogische und organisatorische Perspektiven einbezogen und sozioökonomische, kulturelle und motivationsbedingte Faktoren berücksichtigt sind, tragen zur Verringerung der technischen Barrieren auf dem Lernpfad bei. Sie sollten sich darum bemühen, Computerressourcen und Netze freizusetzen und somit Einzelpersonen (einschließlich Personen besonderen Bedürfnissen, randständige Personen, Arbeitslose, Personen mit Lernschwierigkeiten, Personen in ländlichen Gebieten) dazu befähigen, das Potenzial „intelligenter Umgebungen“ voll zu nutzen. Ein weiteres Ziel besteht im dynamischen Aufbau und Austausch von Wissen bei ineinander verflochtenen Lernprozessen zwischen Einzelpersonen und Organisationen.

Spezifische Forschungsziele

Innovative Lösungen (Neuentwicklungen, Experimente, Einsatz usw.) werden auf nachstehenden Gebieten erwartet:

Zugang zum Lernen – fortschrittliche Technologien und Infrastrukturen wie Lernmanagementsysteme der dritten Generation über Breitbandnetze, GRID zum Lernen, mobiles Lernen, Lerngeräte, Avatars und intelligente Agenten, virtuelle Realität und gemischt-erweiterte Realität, Simulatoren, Schnittstellen, computergestütztes kooperatives Lernen, intelligente Umgebungen für das Umgebungslernen;

Aufbau, Verwaltung, Austausch und Transfer von Wissen – Integration von Lernmanagementsystemen und Ressourcenplanung im Unternehmen, interoperable und allgemein zugängliche Wissenspools, Modellierung, Darstellung und Visualisierung von Wissen zu Lernzwecken, Modellierung für den Lernenden, Metadaten für Lernobjekte, virtuelles Wissen im Austausch zwischen Räumen, Evaluierung und Bewertung;

Verwaltung von Lernressourcen und Lerndienste – neue Formen der Modellierung, Darstellung und Verbreitung von Inhalten, Interoperabilität und Transportabilität digitaler Lerninhalte, Normen, Zertifizierung, Rechte am geistigen Eigentum, Modellierung von Sprachen zu Bildungszwecken;

Virtuelle Lerngemeinschaften – Netzinfrastrukturen, Lernregionen, soziales Lernen, Erzeugung von kooperativem Wissen, praktische Lerngemeinschaften, virtuelle Hochschulen, „Volksuniversität“.Siehe dazugehörigen Artikel:
Innovative Technologien zum Lernen

Siehe dazugehörigen Artikel: Innovative Technologien zum Lernen

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